04.12.2018 | Bis zum Ende des Jahres hat die AWO Familienbildungsstätte in Schwerte 12 niederschwellige Frauenkurse angeboten. Diese finden in Kooperation mit dem AWO Bundesverband und dem BAMF statt. Die niederschwelligen Frauenkurse zielen darauf ab, die seit längerem in Deutschland lebenden zugewanderten Frauen in ihrem Selbstvertrauen zu stärken, damit sie sich öffnen und weitere Schritte zur Integration unternehmen können. Dazu werden die Frauen in den Kursen unter anderem ermutigt, die deutsche Sprache weiter zu lernen und anzuwenden sowie soziale Kontakte zu knüpfen. Die Kurse passen sich flexibel an die Bedarfe der Teilnehmerinnen an und können sehr unterschiedliche Kenntnisse vermitteln: von der ersten Orientierung im neuen Stadtteil über die Vermittlung wichtiger Informationen zu Themen der Bildung und Erziehung bis hin zur weiteren Lebensplanung einschließlich der Frage, wie eine Integration in den Arbeitsmarkt erfolgen kann. Bei jedem Kurs steht dann auch immer eine Exkursion auf dem Programm, so z. B. nach Köln zur Besichtigung des Doms oder in kleinem Rahmen ein Besuch der hiesigen Banken, Ärzte usw. Der Umgang mit Geld ist für viele ein wichtiges Thema. So erstellten die Frauen in einem Kurs ein Haushaltsbuch, das benötigte Knowhow erhielten sie durch eine Fachfrau am PC in der Familienbildungsstätte in Holzen. Der Schulungsort ist je nach Angebot unterschiedlich, es finden Kurse in unserem Stammhaus in Holzen wie auch bei kooperierenden Vereinen und Kitas statt. 

Die Kurse werden ausschließlich von Frauen geleitet, häufig mit Migrationshintergrund, was zusätzlich zu einer vertrauensvollen Atmosphäre beiträgt. Die im Konzept beschriebene Zielgruppe wird mit den Kursen gut erreicht, darunter insbesondere zurückgezogene, lernungewohnte Frauen mit Einschränkungen in der Lebensgestaltung und Bewegungsfreiheit. 

Jede Frau kann insgesamt an 102 Kursstunden teilnehmen, die in jeweils 3x 34 Stunden aufgeteilt sind. Dabei wird deutlich, dass der Besuch mehrerer Kurse die Erreichung der eigenen Zielsetzung und die Stärkung der Selbstwirksamkeit steigert.

Über die Kursteilnehmerinnen haben sich viele interessante Kontakte und Verbindungen ergeben. So startet die Familienbildungsstätte im nächsten Jahr neue Kurse und Aktionen in Kooperation mit dem türkischen Elternbund, z.B. Schwimmen nicht nur für muslemische Frauen, ein neuer offener Frauentreff usw.

Sehr stolz sind wir auf unsere Dozentinnen, die nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Aserbaidschan, Syrien und der Türkei stammen. In einer Schulung vom AWO Bundesverband wurden sie auf ihre Tätigkeit vor Ort vorbereitet und es zeigte sich schon da, dass sie mit dem durch die Familienbildungsstätte erstellten Konzept sehr gut aufgestellt sind.

Auch im nächsten Jahr soll es mit den Kursen weitergehen. Interessentinnen, aber auch Institutionen, die hier Bedarf sehen, können sich bei Sabine von der Heide, AWO Familienbildungsstätte 02304/ 98106-11 melden

Pressemitteilung Dez.2012